Dämmung der obersten Geschossdecke

§ 10 Absatz 3 EnEV im Wortlaut:
Eigentümer von Wohngebäuden sowie von Nichtwohngebäuden, die nach ihrer Zweckbestimmung jährlich mindestens vier Monate und auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt werden, müssen dafür sorgen, dass zugängliche Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum (oberste Geschossdecken), die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllen, nach dem 31. Dezember 2015 so gedämmt sind, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 Watt/(m²*K) nicht überschreitet. Die Pflicht nach Satz 1 gilt als erfüllt, wenn anstelle der obersten Geschossdecke das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt ist oder den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 genügt. Bei Maßnahmen zur Dämmung nach den Sätzen 1 und 2 in Deckenzwischenräumen oder Sparrenzwischenräumen ist Anlage 3 Nummer 4 Satz 4 und 6 entsprechend anzuwenden.

Erläuterungen:
Die bereits bestehenden Anforderungen an die Dämmung der obersten Geschossdecke wurden mit in Kraft treten der EnEV 2014 konkretisiert und eine neue Frist gesetzt.
Ab dem 31.12.2015 müssen alle zugängliche obersten Geschossdecken, die nicht den Anforderungen des Mindestwärmeschutzes gemäß DIN 4108-2:2013-02 entsprechen, so gedämmt werden. dass der Wärmedurchgangskoeffizient der Geschossdecke von 0,24 W/(m²*K) nicht überschritten wird. Weiterhin gilt die Pflicht als erfüllt, wenn das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt ist oder die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllt.
Die Anforderungen sind auch eingehalten, wenn die höchstmögliche Dämmschichtstärke in die Decke oder das Dach eingebracht werden. Würden bei einem Gebäude für die Erfüllung der EnEV 2014 beispielsweise 16 cm Dämmung bei der obersten Geschossdecke benötigt, um die Anforderungen zu erfüllen, die Sparren zwischen denen die Dämmung eingebracht werden soll, aber nur 12 cm hoch sind, würde es ausreichen eine 12 cm starke Dämmung mit einer Wärmeleitgruppe 035 (WLG 035) einzubringen.

Wie erkennt man, ob die oberste Geschossdecke den Mindestwärmeschutz erfüllt?
Die Erfüllung des Mindestwärmeschutzes ist nur auf den ersten Blick erkennbar, wenn die Decken- oder Dachkonstruktion über beheizten Räumen einsehbar ist. Dies ist i.d.R. nicht der Fall.

Mindestwärmeschutz für die oberste Geschossdecke gemäß DIN 4108-2: 2013-02:

flächenbezogene Masse
[kg/m²]

Deckenart

Wärmedurchlass-
widerstand R [m²*K/W]

Wärmedurchgangs-
koeffizient u [W/(m²*K]

> 100

Massivdecke

> 0,90

< 0,81

< 100

Holzbalkendecke

> 1,75

< 0,48

Werden diese u-Werte (letzte Spalte) eingehalten, so ist der Mindestwärmeschutz eingehalten und die oberste Geschossdecke ist nicht nachträglich zu dämmen.